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Diagnosecodierung: Einladung zur Teilnahme

ICPC-2 ist eine Klassifizierung, die von einer Arbeitsgruppe der WONCA (Weltorganisation für Allgemein- und Familienmedizin) seit über vierzig Jahren speziell für die Primärversorgung und Hausarztmedizin erarbeitet und laufend erweitert wurde. Vertreter:innen der ÖGAM (Österreichische Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin) haben sich ebenfalls daran beteiligt. Sie ist von der WHO anerkannt. ICPC-2 ist eine elektronisch fassbare Beschreibung von fast allem, was sich in der Primärversorgung zwischen Ordinationsteam und Patient:in abspielt. Codiert werden nur Beratungsanlässe und Beratungsergebnisse mit einer Prävalenz über 1 %. 

Nicht nur in Pandemiezeiten wäre es interessant konkret aufzuzeigen, was Hausärzte alles leisten. Leider fehlen dazu die Daten. Wie viele COVID-Patient:innen werden von Hausärzt:innen betreut? Wie viele Risikopatient:innen betreuen sie? Die Allgemeinmedizin kann derzeit keine Antworten liefern, weil die Daten fehlen. So werden den politischen Ankündigungen, die hausärztliche Primärversorgung zu unterstützen, weiterhin wenig wirkungsvolle Taten folgen. Die Hausärzt:innen sollten daher versuchen, Daten und Fakten zu liefern. ICPC-2 könnte uns dabei helfen. 

In Zuge eines Pilotprojektes sucht die ÖGAM nun Ärzte, die ihre Erfahrungen mit dem Codieren einbringen wollen. Den Teilnehmern wird ein geeigneter Thesaurus zu Verfügung gestellt, um ihnen diese Arbeit zu erleichtern. So könnte es gelingen, in Zukunft durch die erhobenen Daten alle hausärztlichen Organisationsformen in Österreich zu vergleichen und so eine faktenbasierte Diskussion über Primärversorgung zu starten. Details dazu finden Sie hier.
Interessierte Ärzte wenden sich bitte an uns unter office(at)obgam.at.