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Dr. Florian Ardelt: Gruppenpraxiserfahrener OBGAM-Präsident

Als ich 2013 mit meinem Vater eine Gruppenpraxis gründete wurde mir sehr schnell klar, dass diese Form der Zusammenarbeit für uns die richtige war. Unser Gruppenpraxismodell sieht so aus, dass wir außer mittwochs täglich beide in der Ordination sind. Einer der Vorteile davon ist, dass man pünktlich fertig ist. Auch wenn mal ein Patient mehr Zuwendung oder ärztliche Hilfe braucht, kann man beruhigt auf diese Bedürfnisse eingehen. Die Warteliste wird ja trotzdem bearbeitet – das nimmt den Zeitdruck. Ein weiterer Vorteil ist die Familienfreundlichkeit: nach der Geburt meiner beiden Kinder konnte ich meine Zeit in der Ordination auf ein Minimum reduzieren um so gerade in der schönen, wenn auch manchmal stressigen ersten Zeit bei meiner Familie sein zu können. Der wechselseitig freie Mittwoch erlaubt es uns beiden zusätzlich, die Energiespeicher für den Rest der Woche wieder voll aufzuladen. Das gelingt uns umso mehr, da wir donnerstags erst ab 16.30 Uhr ordinieren.

Da unsere Ordination auch eine Lehrpraxis ist, sowie Famulierende, JKU-Erstsemestrige und Studierende im KPJ betreut, können auch hier die zeitlichen Vorteile voll ausgenützt werden. Keine Frage der Auszubildenden geht im Ordinationsalltag unter!

Corona hatte auch uns voll im Griff: Nach anfänglich dramatischen Umsatzeinbußen, haben wir im ersten Lockdown sehr schnell auf eine 2-Team Strategie gesetzt. Team A bestand aus Arzt und Arztassistentin und Team B aus Arzt, Arztassistentin und Sekretärin. Während Team A die ganzen Non-Infekt Patienten inklusive MuKi, VU, Akupunktur, Diabetes Therapie-Aktiv Kontrollen, etc. am Nachmittag betreute, konnte Team B am Vormittag die „normalen“, kranken Patienten betreuen. 

Dadurch konnten wir einerseits die Patient-/Quadratmeter-Richtlinien einhalten, andererseits die chronisch Kranken weiterhin in einem sicheren Rahmen behandeln. Sehr schön kann man das z.B. anhand der Diabetes Kontrollen im 2. Quartal 2020 sehen, die in exakt gleichem Ausmaß stattgefunden haben wie im 2. Quartal 2019. Durch diese Maßnahme konnten wir die Umsatzeinbußen nicht nur wettmachen, sondern auch 2020 als das beste Umsatzjahr seit Bestehen der Ordination verzeichnen. Explizit möchte ich darauf hinweisen, dass man auch ohne Hausapotheke in einer Gruppenpraxis mit einer Kassenstelle ein sehr gutes Einkommen erzielen kann! Mein Fazit: Ich möchte diese Form des Arbeitens nicht mehr missen, denn sie erlaubt mir eine ausgeglichene Work-Life Balance und bringt eine sehr gute Qualität der Arbeitszeit mit sich.